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STÄDTEBAULICHER WETTBEWERB BEBAUUNG MESSECARREE NORD, 1020 WIEN

Im Frühjahr 2006 wurde von der Wiener Messe Besitz GmbH. ein österreichweiter städtebaulicher Wettbewerb zur Bebauung eines Grundstückes im Bereich der Wiener Messe ausgeschrieben. Für das lange schmale Grundstück, welches einerseits durch die U-Bahntrasse der neuen U 2 zum Wiener Stadion, und andererseits durch die Vorgartenstrasse und Ausstellungsstrasse begrenzt wird sollten neben einer städtebaulichen Lösung auch Nutzungsvorschläge für die Verwertung des Areals getätigt werden. Die Grundstücksgrösse beträgt ca. 14.500 m2 Angestrebt war eine BGF von 50.000 bis 60.000 m2.

Die städtebauliche Gesamtstruktur unseres Projektes weist im wesentlichen eine 2-geschossige Sockelzone mit darüber liegenden Einzelbaukörpern auf. Diese Baukörper sind beliebig unterschiedlich nutzbar, zusätzlich kann aber durch transparente Verbindungsbrücken eine baukörper- sowie bauplatzübergreifende Kommunikation (analog den kommunizierenden Gefässen) hergestellt werden, was besonders in Hinblick auf vorweg unbekannte Verwertungsanforderungen sehr bedeutend ist.

Als Konzept für eine möglichst offene Nutzung der Flächen wurden kompakte Baukörper mit innenliegender Erschliessung gewählt. Dadurch wird die belichtete Zone optimal ausgenutzt. Die trapezförmige Ausbildung der Regelgeschosse bietet unterschiedliche Raumtiefen.

Lage und Orientierung der Baukörper über dem Sockel sind abgeleitet aus den Sichtbeziehungen zum Messezentrum als wichtiger Orientierungspunkt und bereichswirksame Dominante einerseits, andererseits ist die Lage der an der Vorgartenstrasse situierten Albrechtskaserne mittelfristig als Option für Wohnbebauung vorgesehen. Aus diesem Grund wurde eine kammartige Struktur entlang der Vorgartenstrasse als Fortsetzung der Orientierungsstruktur in der Weise konzipiert, dass der Durchblick - Weitblick von den Wohnungen über das Messegelände hinaus bewahrt wird und entsprechende Besonnung ermöglicht wird.
Die teilweise konisch wie "Wirbelkörper" formulierten Gebäudeteile, erlauben perspektivisch interessante Raum- und Blickfolgen und geben den Zwischenräumen den "Bandscheiben" eigene Raumidentitäten und gliedern durch unterschiedliche Fassadenbreiten den Strassenraum. Aus den unterschiedlichen Funktionen und Nutzungen die den Baukörpern innewohnen und den daraus resultierenden unterschiedlichen Fassaden ist diese Ausformung identitätsstiftend.

Eine besondere Bedeutung im Sinne von Nachhaltigkeit kommt gerade im Bürohausbau der Haustechnik zu, diese haustechnischen Massnahmen führen aber oft zu unschönen Dachaufbauten. Durch die teilweise Schrägstellung der Dächer können die haustechnisch erforderlichen Geräte jedoch in der Gebäudehülle selbst untergebracht werden und vermeiden, gerade weil diese auch im Blickfeld des Messeturmes gelegen sind, dadurch unruhige Dachlandschaften.
Durch Zäsuren bzw. eingerückte Geschosse heben sich die Baukörper ab und lassen diese scheinbar über dem durchgehenden Sockel schweben.
Die Durchlässigkeit des Sockelgeschosses bei wesentlichen Fusswegrelationen ist gegeben, dadurch wird das Messegebiet und in weiterer Folge das Erholungsgebiet Wiener Prater gut angebunden.


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