Unter dem ständigen Wechsel der gesellschaftlichen Anforderungen ist der Stadtraum unbeständig und instabil und immer wieder aufs Neue zu interpretieren. Der neue Stadtraum (Schlagwort "im Zeichen der Globalisierung") ist in seiner Symbolik kraftvoll, dynamisch und wechselvoll. Die Architektur selbst hat für den öffentlichen Raum den Stellenwert eines Hintergrundes für wechselnde Ereignisse und Szenarien.
Besonders für die gewachsene Innenstadt besteht Handlungsbedarf. Es sollte hier nicht "neue Eintönigkeit" erzeugt werden und zeitgemässe Gestaltungsmittel einbezogen werden.
Speziell der Bereich des Westbahnhofes, der einerseits am Einzugsbereich der bedeutendsten Einkaufsstrasse Wiens und andererseits als bedeutendster Verkehrsknoten Wiens (Westbahn, zwei U-Bahnlinien, Gürtel) liegt, wird in seiner derzeitigen Konzeption dieser Bedeutung nicht mehr gerecht.
STÄDTEBAULICHES KONZEPT UND GESTALTUNGSABSICHTEN
Planungsbereich A
Der städtebauliche Schwerpunkt im Planungsbereich A Westbahnhof liegt eindeutig im Schnittpunkt der verlängerten Achse der inneren Mariahilferstrasse und Achse Bahnhofsgebäude Westbahnhof.
Nur hier ist der Standort für ein städtebaulich markantes Zeichen gegeben, um diesen Bereich in seiner städtebaulichen Bedeutung gerecht zu werden. Die Sichtbeziehungen von hier reichen in die Mariahilferstrasse bis zur Neubaugasse. Um noch bereichsdominant wirken zu können, ist eine Höhe von 130 - 140 m anzunehmen.
Die Basis des Hochhauses ist der zur Achse Mariahilferstrasse schräg gestellte Glaskubus des neuen Shopping- und Gastronomiezentrums. Dieser nimmt einerseits die städtebauliche Kante der südlichen Bebauung (Eckgebäude äusserer Gürtel - äussere Mariahilferstrasse) auf und leitet zum eigentlichen Bahnhofsgebäude hin. Nördlich an der Felberstrasse wird durch das (f)liegende Hochhaus der Beginn der Entwicklungsachse Felberstrasse und deren Verknüpfung mit dem Bahnhof signalisiert. Durch den aufschwingenden Baukörper wird von Norden kommend die Sichtbeziehung zur Bahnhofshalle freigestellt.
Der Bahnhofsvorplatz selbst - das Vorfeld Ost - erhält eine neue straffere Gestaltung mit einem zentralen Eingang in die Bahnhofshalle, breiterem Vorfeld vor der Halle, Entflechtung des Taxi- und Busverkehrs vom Fussgängerverkehr. Die Wartebereiche und Haltestellen der Strassenbahn- und U6-Station sowie die Fusswegbereiche werden mit einer flachen Glasüberdachung überspannt. Hier soll das derzeitige tonnenförmige Dach über der U6 ersetzt werden. Die freie Sichtbeziehung von Querbahnsteig zur Kirche der unbefleckten Empfängnis sollte wieder hergestellt werden.