Charakteristik des Projektes
Die Baumassen des Wohngebäudes sind so konzipiert, dass einerseits die Baublöcke nach aussen klare Platz- und Strassenräume entstehen lassen und andererseits nach innen einen abgeschirmten Gartenhof bilden. Die nach Osten hin offene u-förmige Bebauung wird entlang den der beiden Wohnstrassen so abgestuft, dass eine optimale Besonnung der Wohnungen erzielt werden kann. Diese visuell wahrnehmbaren Gebäudekanten vermitteln den Bewohnern Geborgenheit durch Massstäblichkeit. Ein Netz von Fusswegen, sowie ein durch den Bauträger errichteter öffentlicher Durchgang stellen die Anbindung zum öffentlichen Raum her.
Der Gartenhof In der Wiesen
Das Konzept für die Grün- und Freiräume setzt die differenzierte Folge von öffentlichen Erschliessungslinien, halböffentlichen Bewegungszonen und privaten Freiräumen im Aussenraum fort. Der Innenhof wird zu einem gemeinschaftlich nutzbaren Gartenhof entwickelt, dessen unterschiedliche Funktionen an das interne Erschliessungssystem angelagert sind und mit dem externen Wegesystem verknüpft werden. Die Tiefgaragen sind so konzipiert, dass im zentralen Bereich ein unversiegelter, zusammenhängender Grünraum entsteht, der uneingeschränkte Bepflanzung und Gestaltung ermöglicht.
Der Spielgarten
Ein grosszügiger, von Hecken geschützter Spielgarten mit Obstbaumhain und streifenartigen Bepflanzungen stet für alle Kinder der Wohnanlage zur Verfügung.
Der Staudengarten
Im zentralen Teil an der Nord-Süd Diagonale wurde ein Staudengarten angelegt, dessen jahreszeitlich unterschiedliche Blühaspekte den Gartencharakter prägen. In diesem windgeschützten Bereich werden im Sommer die Kübelpflanzen aus dem Glashaus, insbesonders die Zitrusfrüchte und die Oleander, aufgestellt. Diese Pflanzen bieten das Stimmungsbild eines südländischen Gartenhofes.
Der Höhenunterschied von 0,5 m zum westlich liegenden Gebäude wird mit niederen Trockenmauern für die Ausbildung eines höher liegenden Pflanzbereiches mit Wildrosen und Lavendel genützt und damit ein vegetationsgeprägter Distanzbereich zu den Erdgeschosswohnungen formuliert. Die Trockensteinmauern unterstützen den südländischen Garteneindruck und definieren den Platz am Glashaus mit zentralem Brunnen.
Das Glashaus
Das Glashaus bildet den Mittelpunkt der neuen Wohnbebauung, gibt dem Gartenhof eine unverwechselbare Charakteristik und zitiert die ehemalige gartenbauliche Nutzung des Grundstücks. Das spezifische Glashausklima gleicht die Witterungsschwankungen unseres Klimas aus und bietet auch im Winter blühende und duftende Pflanzen. Das Konzept des Gartenhofes funktioniert so während des ganzen Jahres.
Den Mietern bietet das Glashaus einen Bewohnertreff, der bei Schlechtwetter und in den Übergangszeiten als überdachter, jedoch "himmeloffener" Freiraum genutzt werden kann. Die häufig erwünschte Überwinterung für die Kübelpflanzen der Balkone, Terrassen und Mietergärten ist in dieser "Blumengarage" problemlos möglich. Hier steht eine "Pflanzwerkstatt" zur Verfügung, in der während des Urlaubes Pflanzen zur nachbarlichen Betreuung eingestellt werden können, in der gezüchtet, vermehrt und getauscht werden kann. Die traditionelle Gartenkultur des Gebietes wird so in neuer Form weitergeführt.
Das Glashaus ist als Mediterranes Glashaus (Kalthaus) mit einer nordseitigen Speicherwand nach dem Typus einer Orangerie konzipiert. Über der Tiefgarage angeordnet bleibt der temperaturempfindliche Wurzelraum durch die Unterkellerung weitgehend frostfrei. Für den Aufenthalt im Winter ist eine zeitweise Zusatzheizung möglich und vorgesehen.
Die drei Bereiche des Glashauses bieten im Westen - am Platz - einen Gemeinschaftsraum mit (im Winter blühenden) Kamelien und mobilen Lorbeerbäumen, im Mittelteil einen "mediterranen Garten" mit Ölbaum, Rosmarin und Thymian, Zitrusfrüchten und Oleander in Töpfen und im Ostteil einen Bambusgarten mit Wasserbecken.
Ökologische Planungsleitmotive
Niedrigenergiehaus
Passive Sonnenenergie verglaste Loggien und Wintergarten Regen- und Grundwassernutzung für WC-Spülung und Grünflächenbewässerung Ökologische Baustoffe (Durisol Biostein und AWDS mit Steinwolle, Holzfenster, Linolbelag, wasserlösliche Anstriche und atmungsfähige Leimfarben Baustoffe mit hoher Recyclingfähigkeit geringer Versiegelungsgrad.
Soziologische Planungsleitmotive
Flexible Wohnungsgrundrisse, private Freibereiche (Garten, Loggia, Terrasse). Generationswohnungen Soziale Einrichtungen (Arztordination, Sauna- und Fitnessbereich mit Dachterrasse)
Glashaus als Bewohnertreff
Statistik
Anzahl Wohnungen:............ 126 WE
Wohnungsgrössen:....... zwischen 36 - 102 m2
Arztpraxis :..................134 m2
Gemeinschaftsräume:..............420 m2
Gesamtnutzfläche:................ 9.920 m2.
Baudauer.................. 19 Monate
Bauzeit: ..................1998-2000